Offene Bildungsressourcen

Diese Ausgabe der eLearning Papers ist der florierenden Arbeit engagierter Personen, Institutionen und Nutzergemeinschaften rund um die offenen Bildungsressourcen (Open Educational Resources, OER) gewidmet. In fünf von Gast-Herausgebern ausgewählten Arbeiten werden die organisatorischen, sozialen, kulturellen, pädagogischen und technischen Aspekte der OER-Implementierung ergründet.
Offene Bildungsressourcen (OER) sind Lern- und Lehrmaterialien, die unter Lizenzen, die die Verwendung, Veränderung und Verbreitung der einzelnen Elemente erlauben, für jedermann kostenlos angeboten werden. Aber das ist noch nicht alles. Die weltweite OER-Bewegung bietet mit zahlreichen nutzergenerierten Inhalten und der zugrunde liegenden Web 2.0-Technologie zahlreiche Vorteile und Chancen für Lehrkräfte, Autoren, e-Learning-Fachleute, Entwickler und Inhaltsanbieter und nicht zuletzt auch für die Lernenden.
Zwei Beiträge dieser Ausgabe beschäftigen sich mit der Frage, wie höhere Bildungseinrichtungen OER in ihre Politik und Praxis integrieren. Offene Bildungsressourcen für die Management-Ausbildung: Lektionen aus der Erfahrung berichtet aus einer französischen Fakultät, die eine digitale Vertriebsstelle für die gemeinsame Nutzung und die Verbreitung von Universitätskursen eingerichtet hat. Der anfängliche Widerstand des Lehrkörpers schwand, als ein positives Feedback für die Kurse einsetzte und internationales Interesse an den französischen Inhalten aufkam. Im zweiten Beitrag, Reflexionen über die Nachhaltigkeit offener Bildungsressourcen: eine institutionelle Fallstudie, wird aufgezeigt, wie das frühzeitige Bemühen um politische Unterstützung für die OER-Initiative auf höchster innerinstitutioneller Ebene zu einer nachhaltigen institutionellen Praktik gemacht wurde.
Die beiden folgenden Arbeiten berichten von Werkzeugen, die es Schul- und Universitätslehrkräften erlauben, Inhalte zu erstellen und gemeinsam zu nutzen. Beide Initiativen gehen dabei über das bloße Anbieten von Inhalten hinaus: Der wichtige Faktor des Aufbaus einer Gemeinschaft gleichgesinnter Nutzer rund um die Inhalte wurde in beiden Fällen gut gelöst. Der erste dieser Beiträge trägt die Überschrift OER-Modelle, die eine Kultur der Zusammenarbeit schaffen: das Fallbeispiel Curriki. Im Mittelpunkt des zweiten Beitrags, mit dem Titel Einfachheit und Design als wesentliche Erfolgsfaktoren des OER-Repository LeMill, steht die LeMill-Authoring-Umgebung für den Bildungsbereich. In beiden Beiträgen wird die jeweilige Nutzerfreundlichkeit besonders hervorgehoben.
Die letzte Arbeit schließlich präsentiert ein Konzept für den Transfer erfolgreicher Praktiken aus der Entwicklung freier und Open-Source-Software in den kollaborativen OER-Entwicklungsprozess. Die Anwendung von Softwareentwicklungsparadigmen auf offene Bildungsressourcen beschreibt eine Fallstudie, die sich mit der Frage auseinandersetzt, wie das Konzept von Softwareentwicklern, die unter Dokumentation der Veränderungshistorie am gleichen Code arbeiten, auf die kollaborative Entwicklung von Lerninhalten angewendet werden kann.


