Persönliche Lernumgebungen

eLearning Papers Nr. 9
Persönliche Lernumgebungen

Die heutigen Lernmanagementsysteme (LMS) können als Inseln empfunden werden – Inseln im weiten Ozean der Lernmöglichkeiten, die das Internet bietet. Es können nicht nur Inhalte bezogen, verbessert und ausgewählt werden; die Lerner können auch Tools übernehmen, die ihnen für ihre Zwecke nützlich erscheinen, ihre eigenen, individuell gestalteten Lernportale einrichten, Inhalte etikettieren oder sich für RSS-Feeds registrieren lassen, deren Inhalte für sie von Bedeutung sind.



Das Schlüsselwort „Web 2.0“ ermöglicht den Umstieg von Standard-Lernmanagementsystemen (Universal-Methode) zu Personalisierten Lernumgebungen (Individual-Methode) aus gezielt ausgewählten Elementen, Sammlungen von Tools und Diensten, die zu individuellen, eventuell geteilten Wissens-, Erfahrungs- und Kontaktlandschaften zusammengestellt werden, einen Übergang vom Inselparadigma der LMS-Methode zum Verständnis des Internets als Tor, als Portal für Lernchancen.



Wir haben bereits in der Vergangenheit eine Individualisierung der Bildung durch e-Learning gefordert; die Personalisierten Lernumgebungen (PLE) bieten nun wirklich die Gelegenheit zu ihrer Umsetzung.



In der neuen Ausgabe der eLearning Papers bieten wir Ihnen eine Auswahl von Artikeln über Personalisierte Lernumgebungen.



Wie unterstützen Schulen durch den Einsatz digitaler Technologien erfolgreich die Personalisierung des Lernens? Mit dieser Frage beschäftigen sich Philip Banyard und Jean Underwood in ihrem Artikel, in dem sie die Beziehung zwischen digitalen Technologien und den aktuellen Bemühungen um die Gewährleistung einer persönlicheren Lernerfahrung ergründen.



Sandra Schaffert und Wolf Hilzensauer stellen sieben entscheidende Aspekte persönlicher Lernumgebungen vor, die sich aus den Folgen und Herausforderungen der PLE und ihrer zunehmenden Nutzung herleiten. Diese Aspekte könnten Lernern, Lehrkräften und Bildungseinrichtungen als Grundlage für ihre Entscheidungen bezüglich des technologischen Konzepts von PLE auf allgemeiner Ebene oder unter Berücksichtigung ihrer pädagogischen Auswirkungen dienen.



Fridolin Wild, Felix Mödritscher und Steinn Sigurdarson werfen in ihrem Artikel einen kritischen Blick auf die zeitgenössischen Modelle für personalisiertes adaptives Lernen. Die Autoren behaupten, dass eine von ihnen vorgeschlagene alternative kombinierte persönliche Lernumgebung (Mash-up Personal Learning Environment) bessere Anpassungsmechanismen für den Aufbau und die Wartung von Lernumgebungen bieten kann.



Der Artikel von Laura Gonella und Eleonora Pantò soll dazu beitragen, zu verstehen, ob „eLearning 2.0“ – als e-Learning auf Grundlage der für das Web 2.0 charakteristischen Tools und Ansätze – in unterschiedlichen Systemen und Organisationen von Nutzen sein kann. Die Autoren stellen vier verschiedene Organisationsmodelle und die entsprechende Entwicklung didaktischer Architekturen vor.



Das iClass-Projekt ist als innovatives, an die individuellen Bedürfnisse von Einzelpersonen angepasstes System entworfen worden. Zwei verschiedene Artikel bemühen sich darum, es unseren Lesern zu erläutern: Der erste beschäftigt sich mit dem Entwicklungsprozess der pädagogischen Idee und des Modells während des Projektverlaufs; der zweite analysiert, wie selbstregulierte Lernprozesse mit Hilfe von PLE unterstützt werden können.



Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen dieser Artikel!