Didaktische Architekturen und Organisationsmodelle: ein Prozess gegenseitiger Anpassung

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Training & Work, Learning & Society
Didaktische Architekturen und Organisationsmodelle: ein Prozess gegenseitiger Anpassung

Dieser Artikel zieht eine Parallele zwischen den organisatorischen Modellen und den didaktischen Architekturen, die von Firmen zur Verwaltung betriebsinterner Schulungen verwendet werden. Ziel ist es, zu verstehen, ob das so genannte „e-Learning 2.0“ (e-Learning auf Grundlage der für das Web 2.0 charakteristischen Tools und Ansätze) in unterschiedlichen Systemen und Organisationen von Nutzen sein kann. In diesem Kontext geht die Arbeit der Frage nach, ob es möglich ist, einen gegenseitigen Anpassungsprozess zwischen den organisatorischen Modellen und den Schulungsmodellen, die wir als „didaktische Architekturen“ bezeichnen, nachzuweisen.

In der Analyse werden vier verschiedene organisatorische Modelle (Industriegesellschaft, postindustrielle Gesellschaft, Enterprise 1.0 und Enterprise 2.0) vorgestellt und die entsprechende Entwicklung didaktischer Architekturen (webgestützte Schulung, e-Learning 1.0, Online-Lehre, e-Learning 2.0) vorgeschlagen.

In einer Wissensgesellschaft, in der die Time-to-market kurz ist und die Kompetenzdomänen ausgebaut werden und sich rasch entwickeln, sind Organisationen gezwungen, sich auf das durch eine intensive Nutzung von Blogs, Wikis, Social Bookmarking und RSS charakterisierte so genannte Enterprise 2.0-Modell zu zu bewegen. Diese Organisationen haben eine flache Struktur und basieren auf dem Autonomieprinzip. Der Artikel stellt fest, dass in diesen Kontexten auf denselben Prinzipien – Autonomie, informeller Stil und eine offene Annäherung – basierende Schulungs- und Ausbildungssysteme implementiert werden könnten. In anderen, traditionelleren Systemen wird das formelle, auf LMS-Plattformen beruhende e-Learning weiterhin eine effektive Lösung darstellen, solange die Nutzer sich nicht an die von den 2.0-Technologien gebotenen Funktionen gewöhnen und so zu Akteuren des Wandels werden.

Das Dokument ist aus drei Teilen aufgebaut: Im ersten Abschnitt werden – mit besonderem Augenmerk auf die Unterschiede zwischen e-Learning 1.0 und e-Learning 2.0 – vier verschiedene didaktische Architekturen analysiert, im zweiten Abschnitt die organisatorischen Modelle beschreiben und der Zusammenhang zwischen den didaktischen Architekturen vorgestellt, und im dritten steht der Prozess der gegenseitigen Anpassung zwischen didaktischen Architekturen und organisatorischen Modellen im Mittelpunkt.

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