Was unternehmen die EU und ihre Mitgliedsstaaten bezüglich der digitalen Alphabetisierung?
28 Nov 2007.   75222 Abrufe
Autor
Kerstin Junge, Researcher and Consultant , The Tavistock Institute
Kari Hadjivassiliou, Senior Researcher and Consultant , The Tavistock Institute
Im Jahre 2006 setzten sich die EU-Mitgliedsstaaten ein anspruchsvolles Ziel: die Halbierung der Lücken in der digitalen Alphabetisierung zwischen den „Risikogruppen“ und dem Bevölkerungsdurchschnitt bis 2010. Durch die Selbstverpflichtung, Europa bis zum Ende des Jahrzehnts zum konkurrenzfähigsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen, wurde es notwendig, sicherzustellen, dass die Bürger und Bürgerinnen nicht zurückgelassen werden und die Arbeitgeber Zugang zu den für das erwartete wirtschaftliche Wachstum benötigten Kompetenzen bekommen.
Zu diesem Zweck begannen die EU und ihre Mitgliedsstaaten, eine umfassende Reihe politischer Maßnahmen zu ergreifen, die helfen sollen, das Niveau der digitalen Alphabetisierung in der europäischen Bevölkerung zu erhöhen. Im Großen und Ganzen spiegelten die frühen Maßnahmen ein funktionelles Verständnis der digitalen Alphabetisierung wider, das sich lediglich auf die Fähigkeit einer Person bezieht, Hardware und Software effektiv zu nutzen. Die Maßnahmen - hauptsächlich abgestellt auf jene Bevölkerungsgruppen, bei denen die verfügbaren Daten darauf schließen lassen, dass sie besonders von digitalem Analphabetentum betroffen sind (Arbeitslose, Behinderte, Frauen und Senioren) - konzentrieren sich darauf, grundlegende IKT-Kompetenzen zu vermitteln und sicherzustellen, dass alle Schüler nach dem Schulabschluss digital alphabetisiert sind.

Die Diskussion in der EU und ihren Mitgliedsstaaten bewegt sich jedoch zunehmend in Richtung eines Verständnisses von digitaler Alphabetisierung, das diese meist einfach als „Medienkompetenz“ beschreibt. Als solche umfasst sie eine bedeutsame kognitive und evaluative Dimension, die dem funktionellen Verständnis abgeht. Die zuletzt als Teil des Programms i2010 von der Europäischen Kommission durchgeführten Initiativen laufen unter diesem Begriff, ebenso wie in den Mitgliedsstaaten, wo der Begriff „Medienkompetenz“ zunächst nur von einigen Ländern im Zusammenhang mit IKT-Unterricht an Schulen gebraucht wurde.

Ein differenzierteres Verständnis von digitaler Alphabetisierung erfordert jedoch auch differenziertere Herangehensweisen, um ihren Erfolg zu messen. Eine der wichtigsten Herausforderungen der nächsten Zukunft ist es daher, spezifischere Indikatoren zu finden, die besser den verschiedenen Fächern und Arten der Umsetzung gerecht werden, die benötigt werden, um den Erfolg von Maßnahmen zur digitalen Alphabetisierung sicherzustellen. Erst wenn wir ein besseres Verständnis dafür erlangen, was funktioniert und was nicht, können wir beginnen, in das in Europa immer noch existierenden digitalen Analphabetismus einzugreifen.
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Im Großen und Ganzen spiegelten die frühen Maßnahmen ein funktionelles Verständnis der digitalen Alphabetisierung wider, das sich lediglich auf die Fähigkeit einer Person bezieht, Hardware und Software effektiv zu nutzen.
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