Alternde Gesellschaften, Lernen und IKT
28 Nov 2007.   67053 Abrufe
Autor
Kirsti Ala-Mutka, Research fellow , Institute for Prospective Technological Studies, European Commission JRC
Yves Punie, Senior researcher, Institute for Prospective Technological Studies, European Commission JRC
Da der Anteil älterer Menschen steigt, gibt es die Erfordernis, ihr Wohlergehen und ihre Integrationsmöglichkeiten in die Wissensgesellschaft zu verbessern. In alternden Gesellschaften spielt das Lernen eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung von Herausforderungen wie den steigenden Sozial- und Gesundheitskosten, der Vermittlung neuer Kompetenzen für Beschäftigung und Partizipation und dem Teilen von Erfahrung und Wissen zwischen den Generationen.
Es ist wichtig, die ältere Generation, was das Selbstvertrauen bezüglich des Lernens, die Lernkompetenzen und –interessen, die Gesundheit, die soziale Einbindung u. a. betrifft, als heterogene Gruppe anzuerkennen.

Im Allgemeinen steht die Lernmotivation älterer Menschen mit dem Bestreben im Zusammenhang, ihr alltägliches Leben zu verbessern, aktiv zu bleiben, ihr Wissen mit anderen zu teilen und mit anderen Lernenden in Verbindung zu treten. IKT können hier hilfreich sein, indem sie neue und flexible Lernmöglichkeiten bieten, die ältere Menschen untereinander und mit nachfolgenden Generationen verbinden. Ältere Menschen lernen für gewöhnlich eher in informellen Umgebungen als in formellem Unterricht und eher, um ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse zu befriedigen, als um formalen Anforderungen zu genügen.

Es ist wichtig, sowohl die Inhalte als auch die äußeren Bedingungen der Lernmöglichkeiten für ältere Menschen sorgfältig zu entwickeln. Vieles weist darauf, dass ältere Menschen lernen wollen, es jedoch momentan an sinnvollen und konkreten Möglichkeiten hierfür mangelt. Der Entwicklung relevanter und zugänglicher Lernmöglichkeiten und benutzerfreundlicherer Instrumente speziell für ältere Menschen muss mehr Beachtung geschenkt werden. Die Förderung lernerorientierter Angebote und persönlicher Lernkompetenz wird in der Wissensgesellschaft zum Bestandteil des lebenslangen Lernens für alle, wobei ältere Menschen eine Gruppe von Lernenden und Mentoren darstellen, die mit anderen verflochten ist und mit ihnen interagiert.

Die Rolle des Lernens insgesamt verändert sich, einhergehend mit der Verfügbarkeit einer neuen Generation vielversprechender IKT-Anwendungen, und es muss erforscht werden, wie Lernen in einer alternden Gesellschaft am besten unterstützt und verfügbar gemacht werden kann.
Dieser Artikel erscheint in der EuroPACE-Publikation „European Networking and Learning for the Future. The EuroPACE approach“ von Annemie Boonen und Wim Van Petegem (Hrsg.), Garant, Antwerpen, November 2007.
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Vieles weist darauf, dass ältere Menschen lernen wollen, es jedoch momentan an sinnvollen und konkreten Möglichkeiten hierfür mangelt.
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