„Innovation ist für alle da. Lernen ist für alle da.“ Ein Interview mit Anna Kirah
30 Avr 2008.   71916 visites
Anna Kirah ist eine auf anwenderorientierte Innovation spezialisierte Design-Anthropologin. Sie hat mit vielen Unternehmen, wie Microsoft und Boeing, zusammengearbeitet und ist gegenwärtig als Innovation Leader bei der dänischen Firma Future Navigator und in ihrem eigenen Consulting-Unternehmen tätig. Außerdem wird sie als einer der Key Speaker bei der EDEN-Jahreskonferenz 2008 auftreten. Im Interview erläutert sie ihre Gedanken zu Innovationstraining, Lernen und der Suche nach einer Bedeutung für den Alltag.
Teamarbeit ist ein Schlüsselfaktor für erfolgreiche Veränderungen in Unternehmen, die sich um einen anwenderorientierten Ansatz bemühen. Anna Kirah hat die Erfahrung gemacht, dass ein wirklicher Wandel erst dann stattfindet, wenn alle Bereiche einer Firma die Sprache und Kultur der Personen, für die sie die Neuerungen einführen, assimiliert haben und es einen interdisziplinären Dialog über die verschiedenen Abteilungen hinweg gibt. Der Expertin zufolge spielen virtuelle Umgebungen inzwischen eine zentrale Rolle in der täglichen Routine der Unternehmen. LinkedIn, Facebook, YouTube, Blogs und Websites, die einen gemeinschaftlichen Zugriff auf Dokumente erlauben, haben einen erheblichen Einfluss darauf, was wir tun und wie wir lernen und neues Wissen festhalten. Kirah betont aber auch, dass e-Learning und personalisierte Lernumgebungen einfach an Gruppendenken und Teamwork anpassbar sein müssen.

Aus ihrer Sicht ist es wichtig, die natürliche Neugier und Kreativität von Kindern nicht zu unterdrücken. Die Entwicklung einer innovativen Mentalität sollte von Anfang an gefördert werden: Die wesentliche Herausforderung ist es, das „Warum“ in das Alltagsleben zurückzubringen. Die Formulierung der Frage „Warum“ bringt Leute dazu, sie sich auch in Bezug auf bereits vorhandene Produkte, Dienstleistungen und Organisationen zu stellen, und befähigt zur Entdeckung sinnvoller innovativer Lösungen.

Anna Kirah weiß, dass jeder ein Erneuerer sein kann. Allerdings verhindert die in den Organisationen praktizierte Innovationspolitik und -kultur ziemlich oft, das die Möglichkeiten zu echten Veränderungen erkannt und umgesetzt werden. Viele Führungskräfte erkennen Innovation nicht, wenn sie sie vor Augen haben, weil sie keine Verbindung zu den Menschen haben, für die die Erneuerungen bestimmt sind.

Interkulturelles Lernen fordert dazu heraus, sich neuen Erfahrungen zu stellen, und versetzt uns in die Lage, eine globale Mentalität zu entwickeln, und zwar nicht in unserem physischen Leben, sondern auch im Cyberraum. Innovation und Lernen entstehen aus neuen Erfahrungen, aus dem Verlassen der Sicherheit dessen, was wir wissen, und aus dem Erleben neuer und uns unbekannter Dinge. Eine globale Mentalität erlaubt es uns, die Grenzen unserer eigenen Kultur zu überschreiten und die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.
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Viele Führungskräfte erkennen Innovation nicht, wenn sie sie vor Augen haben, weil sie keine Verbindung zu den Menschen haben, für die die Erneuerungen bestimmt sind
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